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Klärgruben auf Fincas in Mallorca: Wartung, Entleerung und typische Fehler

Casa de piedra mallorquina rodeada de pinos en el campo

Ein erheblicher Teil der Häuser im Inselinneren Mallorcas ist nicht an das kommunale Abwassernetz angeschlossen. Fincas, Landhäuser und Possessions in Llucmajor, Campos, Algaida oder Felanitx lösen ihr Abwasser über eine eigene Klärgrube – ein System, das sehr gut funktioniert, wenn man es versteht und wartet, und das ernste und teure Probleme macht, wenn man es jahrelang ignoriert. Der Unterschied liegt fast nie an der Qualität der Anlage, sondern an der Wartung.

Wie eine Klärgrube funktioniert und was das für die Wartung bedeutet

Eine Klärgrube ist keine bloße Grube, in der sich alles sammelt. Sie ist ein dichter Behälter, in dem sich das Abwasser durch Absetzen trennt: Schwere Feststoffe sinken zu Boden und bilden eine Schlammschicht, Fette und leichte Bestandteile steigen auf und bilden eine Schwimmdecke, und dazwischen steht geklärtes Wasser, das in eine Sickerfläche im Boden oder in eine Nachbehandlung abfließt. Im Inneren baut eine Bakterienpopulation einen Teil dieser organischen Substanz auf natürlichem Weg ab.

Dieses Gleichgewicht erklärt fast alles Weitere. Der Schlamm am Boden verschwindet nicht: Er sammelt sich Jahr für Jahr an und muss regelmäßig entfernt werden. Die Bakterien, die organisches Material abbauen, sind Lebewesen und reagieren auf alles, was in die Abflüsse gelangt. Und wenn das geklärte Wasser nicht abfließen kann, weil die Sickerfläche verschlammt ist, staut das gesamte System nach oben zurück – ins Haus.

Wie oft entleert werden muss

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, denn das hängt vom Volumen des Behälters, von der Personenzahl und von der Nutzungsintensität ab. Als praktische Orientierung: Ein dauerhaft bewohntes Familienhaus braucht meist alle ein bis zwei Jahre eine Entleerung. Ein nur an Wochenenden genutztes Haus deutlich seltener. Und eine Finca in der Ferienvermietung, im Juli und August voll belegt, verdichtet in zwei Monaten eine Nutzung, die sich in einem normalen Haushalt über das ganze Jahr verteilt – hier lohnt sich eine Kontrolle vor und nach der Saison.

Die realistische Regel ist einfach: Wenn Sie nicht wissen, wann zuletzt entleert wurde, ist es Zeit für eine Kontrolle. Eine geplante Entleerung ist ein routinemäßiger, kalkulierbarer Termin; eine Noteinleerung bei belegtem Haus und Rückstau an der tiefsten Stelle ist etwas völlig anderes – und kommt immer zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.

Die Anzeichen, dass etwas nicht stimmt

Das System warnt, bevor es ganz ausfällt. Das deutlichste Anzeichen ist, dass die Abflüsse im ganzen Haus gleichzeitig langsamer werden, nicht nur an einer Stelle: Wenn Spüle, Dusche und WC zugleich träge ablaufen, liegt das Problem stromabwärts und nicht in einem Siphon. Ebenso eindeutig sind gluckernde Toiletten beim Spülen, Gerüche im Bereich des Behälters oder der Sickerfläche und Pfützen oder auffällig grüneres, höheres Gras über dem Sickerfeld – ein Zeichen dafür, dass das Wasser nicht mehr versickert, sondern austritt.

Treten diese Symptome auf und bringt die Entleerung keine Besserung, liegt die Ursache meist in der Leitung zwischen Haus und Grube oder in der Versickerung selbst. Vor dem Baggern sollte man hinschauen: Fährt man diesen Abschnitt mit einer Inspektionskamera ab, zeigt sich, ob ein Bruch, ein Gegengefälle oder über eine Muffe eingedrungene Wurzeln vorliegen – sehr häufig auf Grundstücken mit altem Baumbestand nahe der erdverlegten Trasse.

Die häufigsten Fehler auf Fincas und Landhäusern

Der erste ist, die Grube als Behälter zu behandeln und nicht als biologisches System. Chemische Rohrreiniger, Chlor in größeren Mengen und bestimmte aggressive Reinigungsmittel vernichten die Bakterienflora, die im Inneren die Arbeit macht; ohne sie sammeln sich Feststoffe wesentlich schneller an, und die Entleerung wird früher fällig. Der zweite ist, in die Toilette zu werfen, was dort nicht hingehört – Feuchttücher, Hygieneartikel, Wattestäbchen, Katzenstreu –, denn in einer Klärgrube bauen sich diese Rückstände nicht ab und landen direkt in der Schlammschicht.

Der dritte, sehr typisch für Landhäuser, ist Speiseöl. In einem an das Netz angeschlossenen Haus bildet Fett irgendwann einen Pfropfen im Rohr; in einer Klärgrube verdickt es zusätzlich die Schwimmdecke und verringert das nutzbare Volumen. Der vierte ist, nicht zu wissen, wo die Grube liegt: Kommt der Notfall, geht der halbe Einsatz dafür drauf, den Deckel unter einem Beet oder einer Platte zu finden. Und der fünfte ist, Bäume nahe der erdverlegten Trasse oder des Sickerfelds zu pflanzen – das endet früher oder später mit Wurzeln im Rohr.

Was vor dem Kauf einer Finca zu prüfen ist

Beim Kauf ländlicher Immobilien ist die Entwässerung meist die große Unbekannte. Pläne fehlen häufig, und es ist nicht selten, Anlagen vorzufinden, die über Jahrzehnte abschnittsweise erweitert wurden, mit unterschiedlichen Materialien aus jedem Umbau. Vor der Unterschrift sollten vier Dinge geklärt sein: wo der Behälter liegt und welches Volumen er hat, wann zuletzt entleert wurde, wie und wohin das geklärte Wasser abgeführt wird und in welchem Zustand die Leitung zwischen Haus und Grube ist.

Die ersten drei klärt man durch Nachfragen, die vierte durch Hinsehen. Bei Tuberías y Aljibes arbeiten wir seit über vierzehn Jahren auf Fincas der gesamten Insel, und bei Kaufvorgängen ist die vorherige Prüfung der Entwässerung eine der Kontrollen, die den meisten Ärger erspart: Sie kostet wenig im Verhältnis zum Kaufpreis und verändert die Verhandlung grundlegend, wenn ein echtes Problem auftaucht. Wenn Sie eine Finca in Betracht ziehen oder Ihre eigene länger nicht geprüft haben, sehen wir sie uns gerne an und sagen Ihnen mit Daten, wie es um sie steht.

Häufige Fragen

Wie oft muss eine Klärgrube entleert werden?

Das hängt vom Volumen des Behälters und von der Zahl der Nutzer ab. Als praktischer Richtwert: Ein dauerhaft bewohntes Familienhaus braucht meist alle ein bis zwei Jahre eine Entleerung; ein nur gelegentlich genutztes Haus seltener, eine Finca mit Ferienvermietung in der Hochsaison dagegen häufigere Kontrollen.

Woran erkenne ich, dass die Klärgrube voll ist?

Typische Anzeichen sind langsam ablaufende Abflüsse im ganzen Haus gleichzeitig, Gerüche im Bereich der Grube oder der Sickerfläche, gluckernde Toiletten, Pfützen oder auffällig grünes Gras über dem Sickerfeld sowie Rückstau von Schmutzwasser an der tiefsten Stelle des Hauses.

Darf ich chemische Rohrreiniger benutzen, wenn ich eine Klärgrube habe?

Davon ist abzuraten. Aggressive Mittel stören die Bakterienflora, die organisches Material im Behälter abbaut – und genau die hält das System am Laufen. Ohne diese biologische Aktivität sammeln sich Feststoffe schneller an, und die Entleerung wird früher fällig.

Was sollte ich vor dem Kauf einer Finca mit Klärgrube prüfen?

Sie sollten wissen, wo genau der Behälter liegt, welches Volumen er hat, wann er zuletzt entleert wurde und in welchem Zustand die Leitung zwischen Haus und Grube ist. Bei vielen Possessions gibt es keine Pläne, daher ist eine Kamerainspektion der schnellste Weg herauszufinden, was man kauft.

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