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Fallrohrreinigung in Wohnanlagen: Anzeichen, Zuständigkeiten und Intervalle

Fachada de un edificio antiguo de Palma con balcones y persianas verdes

In einem Mehrfamilienhaus sind die Fallrohre jene Infrastruktur, an die sich niemand erinnert, bis sie versagt. Sie liegen verborgen in Schächten und Lichthöfen, man sieht sie nicht, man fasst sie nicht an, und sie kommen in keiner Eigentümerversammlung zur Sprache – bis im Erdgeschoss Schmutzwasser zurückstaut oder sich Feuchtigkeit über eine Garagendecke zieht. Dann besteht das Problem bereits seit Jahren, und die Lösung ist keine Routinereinigung mehr.

Dieser Beitrag richtet sich an diejenigen, die entscheiden müssen: Verwaltungsbeiräte, Hausverwaltungen und Eigentümer, die verstehen wollen, warum ihr Gebäude immer an derselben Stelle verstopft.

Was ein Fallrohr ist und warum es verstopft

Das Fallrohr ist die senkrechte Leitung, die das Abwasser aller Wohnungen eines Strangs sammelt und zur waagerechten Grundleitung des Gebäudes führt. In einem fünfgeschossigen Haus kann ein einziges Fallrohr das Wasser von fünf Küchen oder fünf Bädern aufnehmen. Alles, was diese Wohnungen verlässt, läuft durch dieselbe Leitung – das erklärt ihre Schwachstelle: Die Ablagerung ist gemeinschaftlich, auch wenn die Nutzung individuell ist.

Über die Jahre haftet Küchenfett an der Innenwand und verringert den nutzbaren Durchmesser. In Schmutzwasserfallrohren kommen Papier, organische Reste und vor allem Feuchttücher hinzu, die sich an den Einmündungen der Wohnungsanschlüsse verhaken. In Regenfallrohren sind es Laub, Erde und Nester vom Dach. Und in Altbauten kommt ein weiterer Faktor dazu: Fallrohre aus Guss oder Faserzement haben eine raue Innenwand, an der sich Ablagerungen viel leichter festsetzen als im modernen PVC.

Die Anzeichen vor der allgemeinen Verstopfung

Ein Gebäude warnt, und meist von unten. Das erste Anzeichen ist, dass Bewohner der unteren Geschosse langsamen Ablauf oder Rückstau in der Spüle bemerken, wenn jemand weiter oben die Waschmaschine oder die Wanne leert. Der Grund: Der Querschnitt des Fallrohrs hat sich verengt, und das Wasser läuft nicht so schnell ab, wie es ankommt. Es ist die deutlichste und zugleich am häufigsten übersehene Warnung, weil der betroffene Nachbar meist denkt, das Problem liege in seiner eigenen Küche.

Danach kommen Gerüche im Lichthof oder Schacht, Gluckern in Toiletten und Bodenabläufen der unteren Geschosse beim Spülen anderer Einrichtungen und Feuchtigkeitsflecken an Decken von Garagen und Abstellräumen oder an der Wand zum Lichthof. Sobald Feuchtigkeit auftritt, geht es nicht mehr nur um eine Verstopfung: Meist kommt eine offene Muffe oder ein Riss hinzu, durch den Wasser austritt, bevor es unten ankommt. Das ist das typische Muster der Rohrprobleme in Altbauten.

Wer zahlt: Gemeinschafts- oder Sondereigentum

Das ist die Frage, die fast jede Versammlung zu diesem Thema eröffnet, und der Grundsatz ist relativ klar. Das Fallrohr, das durch das Gebäude läuft und mehrere Wohnungen versorgt, ist Gemeinschaftseigentum, und seine Instandhaltung trägt die Gemeinschaft. Die individuelle Anschlussleitung – der Abschnitt von Spüle, Duschtasse oder WC einer konkreten Wohnung bis zu diesem Fallrohr – gehört zum Sondereigentum und damit zum Eigentümer.

Die praktische Folge ist nützlich: Betrifft die Verstopfung nur eine Wohnung und funktioniert der Rest des Strangs normal, liegt das Problem meist in der privaten Anschlussleitung. Betrifft sie mehrere Wohnungen desselben Strangs oder zeigt sie sich in den unteren Geschossen, liegt der Schwerpunkt beim gemeinsamen Fallrohr. Allerdings kann die Teilungserklärung abweichende Regelungen enthalten, und es gibt Mischfälle – etwa eine durch eine konkrete Nutzung verursachte Verstopfung im Strang –, die mit der Verwaltung zu bewerten sind. Was immer hilft: eine technische Diagnose vor der Diskussion über die Kostenverteilung. Zu wissen, wo genau die Verstopfung sitzt, räumt die meisten Meinungsverschiedenheiten aus.

In welchen Abständen gereinigt werden sollte

In einem Wohngebäude in gutem Zustand mit modernen Fallrohren hält eine vorbeugende Reinigung alle zwei bis drei Jahre den Querschnitt frei und vermeidet Überraschungen. In Altbauten, bei Gussrohren, bei wiederkehrenden Verstopfungen oder bei Gastronomie im Erdgeschoss sinkt das sinnvolle Intervall auf ein bis zwei Jahre.

Gegenüber den Kosten eines Notfalls ist der Unterschied deutlich. Eine geplante Fallrohrreinigung dauert wenige Stunden, findet zu Geschäftszeiten statt und hat einen Festpreis, den die Gemeinschaft einplanen kann. Eine eingetretene Verstopfung bedeutet eine Noteinsatzfahrt, oft am Wochenende, und geht meist mit Schäden im Gemeinschaftseigentum oder in einer Wohnung einher – samt Versicherungsmeldung und der anschließenden Diskussion über die Verantwortung.

Wie die Reinigung im bewohnten Gebäude abläuft

Gearbeitet wird von oben nach unten, über vorhandene Revisionsöffnungen und, wo möglich, mit Zugang vom Dach. Hochdruckwasser wird über Düsen eingebracht, die den gesamten Innenumfang der Leitung reinigen und nicht nur einen Kanal in der Mitte freimachen: Das entfernt anhaftendes Fett und Ablagerungen und sorgt dafür, dass das Ergebnis hält. Bei harten Verkrustungen oder Wurzeln im erdverlegten Abschnitt kommen zusätzlich mechanische Köpfe zum Einsatz.

Bestehen Zweifel am tatsächlichen Zustand des Strangs – weil sich Verstopfungen alle paar Monate wiederholen oder weil Feuchtigkeit ohne klare Ursache auftritt –, sollte er zuvor mit der Kamera befahren werden. Die Rohrinspektion mit Kamera zeigt, ob es sich um Ablagerungen, eine verschobene Muffe, einen Riss oder einen Abschnitt mit Gegengefälle handelt, und verhindert, dass die Gemeinschaft wiederholte Reinigungen für ein Problem bezahlt, das nie eines der Verschmutzung war. Für die Bewohner bedeutet der Einsatz wenig mehr, als für einige Stunden keine Abflüsse zu benutzen und Zugang zu den unteren Geschossen zu ermöglichen.

Der Fall der Altbauten im Zentrum von Palma

Ein großer Teil des Wohnungsbestands im Zentrum von Palma trägt Jahrzehnte übereinandergelegter Umbauten: originale Gussabschnitte neben PVC-Einbindungen aus den Achtzigern und ganz neuen Anschlüssen aus kürzlich sanierten Bädern. Jeder Materialwechsel und jede schlecht ausgeführte Einbindung ist eine Stelle, an der sich Rückstände verhaken – deshalb verstopfen diese Gebäude immer an denselben Stellen.

Bei Tuberías y Aljibes arbeiten wir seit über vierzehn Jahren mit Eigentümergemeinschaften und Hausverwaltungen in Palma, Marratxí und auf der übrigen Insel, und das Muster wiederholt sich: Gemeinschaften, die die Fallrohrreinigung im Wartungsplan haben, rufen uns kaum im Notfall. Wenn die unteren Geschosse in Ihrem Gebäude bereits langsamen Ablauf bemerken, ist jetzt der Moment, das in der Versammlung anzusprechen. Wir prüfen es und erstellen ein Angebot – unverbindlich.

Häufige Fragen

Wer zahlt die Fallrohrreinigung – die Gemeinschaft oder der Eigentümer?

Grundsätzlich gilt: Der gemeinsame Strang, der mehrere Wohnungen versorgt, ist Gemeinschaftseigentum, und seine Instandhaltung trägt die Eigentümergemeinschaft; die private Anschlussleitung von der Sanitäreinrichtung bis zu diesem Strang trägt der jeweilige Eigentümer. Die genaue Aufteilung kann je nach Teilungserklärung abweichen, daher lohnt sich vorab die Rücksprache mit der Verwaltung.

Wie oft müssen die Fallrohre eines Gebäudes gereinigt werden?

In einem Wohngebäude in gutem Zustand genügt in der Regel eine vorbeugende Reinigung alle zwei bis drei Jahre. In Altbauten, bei Gussrohren oder bei einer Vorgeschichte von Verstopfungen sollte das Intervall auf ein bis zwei Jahre verkürzt werden.

Muss man für die Reinigung in die Wohnungen hinein?

Nicht immer. Gearbeitet wird über vorhandene Revisionsöffnungen und, wo geeignet, vom Dach aus. Die Bewohner sollten aber informiert werden, damit während des Einsatzes keine Abflüsse benutzt werden und das Ergebnis in den unteren Geschossen geprüft werden kann.

Behebt die Fallrohrreinigung Feuchtigkeit im Lichthof?

Nur, wenn die Feuchtigkeit von einer Undichtigkeit oder einem Überlauf des Fallrohrs stammt. Liegt die Ursache in einer gebrochenen Muffe oder einem Riss im senkrechten Abschnitt, reicht die Reinigung nicht, und die genaue Stelle muss geortet werden – normalerweise mit einer Kamerainspektion.

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